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RIP! HSH Angel (Hündin, *ca. 2004) im TH Zwickau
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Hallo,
auf dieser Seite geht es um das Thema „RIP! HSH Angel (Hündin, *ca. 2004) im TH Zwickau” und alles was damit zu tun hat.
Sollte sich in den Beiträgen auf dieser Seite nicht das Richtige finden lassen, frag doch einfach eben direkt hier im Forum nach.
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Schöne Grüße, Markus
NOTFALL!
Angel
https://up.picr.de/33098678jr.jpg
Herdenschutzhund bzw. HSH-Mischling (evtl. mit Südrussischem Owtscharka oder mit Mioritic), kastrierte Hündin, 37,5 kg schwer, ca. 14 Jahre alt.
Standort: seit Dezember 2015 im Tierheim „Vielauer Wald“ bei Zwickau
Angel wurde aus einem anderen Tierheim übernommen, wo sie (mit Unterbrechungen) bereits seit 2009 lebte!
Angel wurde ursprünglich ausgesetzt, ihre Vorgeschichte ist deshalb unbekannt.
Durch ihr langes Fell und sympathisches Aussehen wird Angel leider häufig völlig falsch eingeschätzt, weshalb über die Jahre drei Vermittlungen scheiterten, weil sie in ihrem neuen Zuhause Beschädigungsbeißen zeigte. Während sich Angel im Tierheim umgänglich zeigt und auch nie Probleme macht, wenn die Tierpfleger ihren Zwinger oder die Auslaufwiese betreten, zeigte sie im neuen Zuhause stets ausgeprägtes Territorial- und Beschützerverhalten. Fremde in ihrem Haus und Grundstück wurden von Angel nicht geduldet und was „ihr Revier“ ist, legt sie selbst fest. In einem Fall kam es so auch dazu, dass sie eine Person biss, die am Grundstück vorbeilief, weil die Umzäunung nicht ausbruchssicher war.
Angels ganzes Verhalten legt nahe, daß es sich bei ihr um einen Herdenschutzhund handelt, möglicherweise einen südrussischen Owtscharka oder einen Ciob?nesc Românesc Mioritic. Was bedeutet dies für die Vermittlung der alten Dame?
Das neue Zuhause muss absolut sicher umfriedet sein und es muss gewährleistet sein, dass Fremde das Grundstück nicht betreten können. Ist Besuch im Haus oder auf dem Grundstück, muss Angel entweder weggesperrt werden oder einen Maulkorb tragen.
Angels neue Menschen müssen unbedingt Erfahrung im Umgang mit Hunden, vorzugsweise mit Herdenschutzhunden haben. Das A und O ist, dass man nicht einfach mit ihr Gassi geht und ihr die Entscheidungen überlässt, sondern dass sie souverän GEFÜHRT wird. Man muss ihr vermitteln, dass die Entscheidung, wer Freund oder Feind ist, vom anderen Ende der Leine gefällt wird.
Angel zeigt sich mit den meisten Rüden sehr gut verträglich, mit Hündinnen funktioniert es leider überhaupt nicht.
Bitte beachten Sie:
Die Tierbeschreibungen basieren auf Beobachtungen im Tierheim oder auf Informationen Dritter und stellen keine zugesicherten Eigenschaften dar. Das Verhalten in familiärer Unterbringung kann deshalb von den Beschreibungen abweichen.
Hallo!
Danke für den Beitrag!
LG Nadine
Eine liebe Freundin hat aktuelle Fotos von Angel gemacht, die so schön sind, dass wir hier einfach alle zeigen müssen. 😉
Ist die Oma nicht niedlich? Kein Wunder, dass die Leute sie immer streicheln wollen… man darf aber niemals vergessen, dass irgendwo in diesem Wuschelpelz das Herz eines echten Herdenschutzhundes klopft und dass Angel es verständlicherweise nicht schätzt, von Fremden einfach angefasst zu werden.
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@by Teresa Buschbeck
Bei Überprüfung alter Gesuche habe ich auf der Facebook-Seite des Tierheims ihren Nachruf entdeckt. Angel ist am 16.02.2021 verstorben. :(
Völlig unerwartet mußten wir heute Abschied von unserer Hundeseniorin Angel nehmen. Trotz ihres hohen Alters von 16 Jahren war die alte Dame noch sehr rüstig, der Tag des Abschieds schien noch fern.
Heute früh fanden die Tierpfleger sie im Außenzwinger, nicht mehr geh- und stehfähig. Trotz der dramatischen Auffindesituation glaubte niemand daran, daß es nicht möglich wäre, sie mit etwas Ruhe, Wärme und Schmerzmitteln wieder auf die Beine zu bekommen. Doch auch Stunden nach der Schmerzmittelgabe gelang es ihr nicht aufzustehen.
Beim Tierarzt zeigte das Röntgenbild und die Untersuchung, daß die altersbedingten Veränderungen an der Wirbelsäule so massiv waren, daß die Nerven nicht mehr funktionieren würden. So blieb keine Alternative, als Angel gehen zu lassen.
Ihren letzten Weg ist Angel nicht allein gegangen. Neben einer Tierpflegerin war auch ihre Patin bei ihr, die sich so viele Monate um sie gekümmert hatte und gestern noch mit ihr ihre Runde gelaufen war.
16 Jahre, die meiste Zeit „hinter Gittern“, davon die letzten fünf Jahre bei uns. Drei Mal wurde Angel in ihrem vorigen Tierheim vermittelt, drei Mal kam sie zurück, weil sie in ihrem neuen Zuhause Menschen schwer verletzt hatte. Dabei tat sie nur, was man ihr als Herdenschutzhund angezüchtet hatte: Eigenständig zu entscheiden, Haus und Hof gegen Eindringlinge zu verteidigen. Daß sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein südrussischer Owtscharka war, eine seltene Herdenschutzhundrasse, hatte leider niemand erkannt, ihr wahres Wesen deshalb verkannt.
Was uns tröstet, ist, daß sie in all den Jahren viel Zeit außerhalb des Zwingers verbrachte, bei großen Gassirunden und aufgrund ihres sozialen Wesens auch mit anderen Hunden im Auslauf. Ganz am Ende ihres langen Lebens eroberte sie auch noch das Herz einer Familie, die ihr viel gemeinsame Zeit schenkte und sie auch heute auf ihrem letzten Weg nicht im Stich ließ. Unsere Gedanken sind heute Abend deshalb auch bei ihren Paten.
Mach’s gut, Angel, in diesem Land jenseits der Regenbogenbrücke und grüße die, die dir vorangegangen sind und die wir auch nicht vergessen haben.
Traurig, Grazi
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