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Alt 11.05.2012, 22:33
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Grazi Grazi ist offline
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Standard AW: Zweithund wie macht ihr das so ?

Zitat:
Zitat von Guayota Beitrag anzeigen
Mehr als einen Hund zu halten ist kein "Selbstläufer", das erfordert einen deutlichen Mehraufwand an Erziehung, Führung, "Disziplin", Beobachtung, Arbeit am Gehorsam und natürlich verschlingt es deutlich mehr Kohle. Wenn du "Unfrieden" in deinem Team hast, wirst du nicht mehr glücklich ohne Hilfe...und leider müssen sich auch viele von einem "dazugeholten" Hund wieder trennen weil's nicht passt. Das muss man sich wirklich gut überlegen vorher - abwägen, was man schon für einen Hundecharakter hat, ernsthaft überlegen, ob man sich das zutraut. [...]


Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Ich möchte nur betonen, dass es keine allgemeingültige Empfehlungen für den besten Zeitpunkt einer "Rudel"ergänzung oder für die Rassen- und Geschlechterkombinationen gibt.

Für mich persönlich empfinde ich es als angenehm, wenn die vorhandenen Hunde bereits aus dem Gröbsten raus sind und man sich intensiver mit dem Neuankömmling beschäftigen kann (ohne dabei die anderen zu vernachlässigen).

Andere haben jedoch die Zeit und innere Ruhe, um z.B. zwei Junghunde gleichzeitig auszubilden.

Wir halten seit 1996 immer mehrere Hunde (zeitweise waren es vier). Die Integrationen haben immer hervorragend geklappt, die Teams waren immer sehr harmonisch. Ernsthafte Auseinandersetzungen gab es nie und hätte ich auch nicht zugelassen / geduldet. Hier gilt es, im Ansatz zu unterbrechen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Nur...auch dafür gibt es keine Patentrezepte.

Man sollte seine Hunde schon recht gut kennen, sie vernünftig einschätzen und vor allem gut lesen können. Und man sollte generell etwas von Hundesprache verstehen, insbesondere wenn man einen erwachsenen Hund aufnimmt.

Wahrscheinlich hatte ich mehr Glück als Verstand, dass es bei uns immer passte, egal ob nun ein Welpe oder ein erwachsener Nothund zu uns kam. Durch die Arbeit bei der MVH bekomme ich aber leider allzu oft mit, dass der Traum von der idyllischen Mehrhundhaltung oft platzt und auch die gemischtgeschlechtliche Haltung keine Garantie für ein friedliches Zusammenleben ist.

Was die Kosten angeht, so kann ich von der Mehrhundhaltung eigentlich nur abraten. Wir zumindest geben ein kleines Vermögen für die Hunde aus... angefangen bei den Mehrkosten für Futter und Zubehör, über die Hundesteuer (die Gemeindesache ist und daher stark variieren kann) bis zu den TA-Kosten, die gerade bei großen und schweren Hunden schnell in schwindelerregende Höhen schießen können.

Hier in Bonn berappt man für vier Hunde (keine Listenhunde!) knappe 1000 €, weil bei jedem zusätzlichen Hund die Steuer pro Hund ansteigt.
Und beim TA lassen wir pro Jahr gut 3000 - 4000 €.

Das muss man auch erst mal stemmen können....

Grüßlies, Grazi
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Don't accept your dog's admiration as conclusive evidence that you are wonderful. (Ann Landers)

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