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Alt 18.05.2006, 06:37
Benutzerbild von Grazi
Gremlinfanatischer Mod
 
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Standard seltsame "Anfälle"

Vielleicht hat ja einer von euch eine Idee, in welche Richtung man weiterforschen könnte...

Vor etwa 2 Jahren bemerkte ein Kumpel bei seiner Husky-Hündin ein leichtes Zittern, das von manchen Geräuschen ausgelöst zu werden schien. Dieses Zittern hat sich mittlerweile jedoch derart gesteigert, dass es mit "Gezitter" langsam milde umschrieben ist. Betrüblicherweise wird es nämlich stärker und stärker.

Die TAs sind ratlos. Dank des berühmten Vorführeffekts erleben sie aber nie die Heftigkeit, die inzwischen daheim - in ihrem entspannten Zustand - eintritt. Inzwischen haut es sie sogar von den Socken, und die Gilde auslösender Geräusche wird immer umfangreicher.

War es am Anfang nur das Klimpern eines Schlüsselbundes, das ein leichtes Zittern erzeugte, reicht inzwischen das Kruspeln einer Folie, egal ob Futterbeutelchen oder Wurstpackung. Oder das Papier einer Tüte. Oder bestimmte Musik. Und Aisha zittert nicht nur, sondern vollführt regelrechte spastische Bewegungen. Ihr Besitzer ist sich nicht sicher, ob es mit "Erschrecken" oder "spastisch" besser beschrieben ist. Endet das Geräusch, geht es ihr gut, allerdings nach längeren "Attacken" braucht sie inzwischen auch erkennbar einige Millisekunden / Sekunden, um sich wieder zu fangen. Sie wirkt kurz benommen oder verwirrt. Eine Epilepsie wird jedoch ausgeschlossen.

Als alter Akustiker hat mein Kumpel via PC einige verschiedene Rausch- und Pulsgeräusche getestet. Es tritt bei allen Frequenzen ab ca 1500Hz auf. Desto höher, desto übler. Und wenn sie müde ist, wird's auch heftiger als wenn sie frisch und fruchtig ist.

Inzwischen geht er davon aus, dass es irgendwas mit dem Ohr selbst ist. Genauer gesagt: nach langer Diskussion mit dem behandelnden TA dürfte es ein Schaden in der Cochlea sein, man weiss jedoch nicht, ob in beiden, ob links oder rechts. Und erst recht nicht, was man machen könnte.

Wenn es die Cochlea ist, wäre eine Audiometrie nötig, und das würde eine sehr aufwendige und teure Untersuchung mit Narkose - die nicht mehr als Ja / Nein als Ergebnis brächte und die man dem 11-jährigen Hunde-Herzchen nicht antun mag. Die Uniklinik in Gießen macht sowas, allerdings ist es bei Tieren eine sehr ungewöhnliche Untersuchung.

Derzeit herrscht also allgemeine Ratlosigkeit. Mein Kumpel vermeidet Geräusche in der Umgebung seines Mädchens und befürchtet schon fast, sich damit abfinden zu müssen. Draussen on tour zeigt die Hündin so gut wie nie irgendwas... was ihn an die Cochlea-Theorie nicht ganz glauben lässt, aber evtl. liegt es ja daran, dass Aisha sich unterwegs auf anderes konzentriert und potentielle Auslöser ausgeblendet werden. Mein Kumpel formulierte es so: "Aisha ist ja nicht gerade ein Multitasking-Hund. Sie ist immer voll und ganz an einer Sache interessiert, jedenfalls außen: Fressen, Jagen...."

Ebenfalls ratlos, Grazi

Geändert von Grazi (18.05.2006 um 09:03 Uhr)
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Alt 18.05.2006, 08:12
Benutzerbild von Wie Waldi
Der mitohne Hund
 
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Sorry null Ahnung, aber könnte es vielleicht auch daran liegen, dass die Geräusche in einem geschlossenen Raum irgendwie intensivere Auswirkungen haben? Stichwort Reflektion...
Unglaublich was es alles für Sachen gibt.
*nach Achselzuck-Smiley such*
__________________
Eine strukturell desintegrierte Finalitaet in Relation zur Zentralisationskonstellation provoziert die eskalative Realisierung destruktiver Integrationsmotivationen durch lokal aggressive Individuen der Spezies "Canis".
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Alt 18.05.2006, 17:39
Benutzerbild von Simone
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Hallo!

Wieso wird eine Epilepsie ausgeschlossen? Welche Untersuchungen wurden gemacht?

Für mich klingt es schon nach epileptischen Anfällen. Die Beschreibung des Zuckens, die Zunahme der Häufigkeit bei Müdigkeit, die anschliessende Benommenheit sind typisch für Epilepsie. Zudem können Anfälle durch verschiedene Umstände (Provokationsfaktoren) ausgelöst werden, zum Beispiel durch:
  • Schlafentzug
  • Flackerlicht z.B. in einer Disko
  • Höreindrücke, etwa durch Musik
  • beschleunigtes Atmen (Hyperventilation)
  • Entzug von Alkohol und Medikamenten. Um das wiederholte Auftreten von Anfällen möglichst zu reduzieren, sollten diese Provokationsfaktoren unbedingt vermieden werde.
Wurden (gibt es das bei Hunden?) EEGs geschrieben? Bevor sie narkotisiert wird, sollte man vielleicht einmal ein die Krampfschwelle erhöhendes Medikament ausprobieren. Es müssen ja nicht sofort Antiepileptika sein, vorrübergehend kann man zB Benzodiazepine (beim Menschen nehmen wir dann Rivotril) geben (aber nur vorrübergehend! ist kein Dauermedikament), da diese sofort wirken. Dann könnte man schauen, ob sich die Frequenz der Anfälle verringert und ggf. sie im Anschluss auf Antiepileptika einstellen.
__________________
LG Simone

Geändert von Simone (18.05.2006 um 17:58 Uhr)
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Alt 19.05.2006, 05:47
Benutzerbild von Grazi
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Zitat:
Zitat von Simone Dustert
Wieso wird eine Epilepsie ausgeschlossen? Welche Untersuchungen wurden gemacht?
Da fragst du mich was... *seufz* Da ich mich mit Epilepsie nicht auskenne, habe ich die Untersuchungen nicht hinterfragt und mich darauf verlassen, dass die verschiedenene TAs, bei denen die Hündin vorgestellt worden ist, eine Epilepsie berechtigterweise ausschließen.

Das von dir vorgeschlagene Vorgehen klingt an sich aber logisch und vernünftig. Vielen lieben Dank!

Ich werde deinen Input gleich an meinen Kumpel weiterleiten... mal gucken, was er dazu sagt.

Grüßlies, Grazi
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  #5 (permalink)  
Alt 19.05.2006, 18:25
Benutzerbild von Simone
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Hi Grazi,

falls die Audiometrie durchgeführt werden würde - wobei ich keinen medizinischen Zusammenhang zwischen einem cochlea-Schaden und solch einem Zucken erkennen kann -, sollte auch ein MRT vom Kopf erwogen werden. Epileptische Anfälle, die erst im Alter beginnen, haben zumeist eine organische Ursache, was auch die zunehmende Verschlechterung erklären könnte. Es gibt Tierärzte, die sich auf Neurologie spezialisiert haben, dort sollte Dein Bekannter mal hingehen. Vielleicht gibt es bei einer neurologischen Untersuchung weitere Auffälligkeiten.
__________________
LG Simone

Geändert von Simone (20.05.2006 um 09:32 Uhr)
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  #6 (permalink)  
Alt 20.05.2006, 21:15
Benutzerbild von Katja
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Solche Zitteranfälle kenne ich von Hanna auch.Wir waren lange ratlos,da auch kein TA einen Befund hatte.Nach langen beobachten haben wir festgestellt das diese Anfälle bei:
1.bevorstehendes Gewitter( überhaupt Gewitter)
2.Schüsse
3.(dafür haben wir lange gebraucht) das klingeln vom FrostaMobil oder dem Eiermann
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  #7 (permalink)  
Alt 21.05.2006, 11:33
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Hi Katja,

wie zittert denn Deine? Ich denke, dass ein Hund auch aus Aufregung oder Angst zittern kann, was mich bei Grazis Schilderung aber aufmerksam macht, ist, dass sie schreibt:

Und Aisha zittert nicht nur, sondern vollführt regelrechte spastische Bewegungen. Nach längeren "Attacken" braucht sie inzwischen auch erkennbar einige Millisekunden / Sekunden, um sich wieder zu fangen. Sie wirkt kurz benommen oder verwirrt.

Das klingt schon nach mehr als nur Unwohlsein oder Angst.

@Grazi:
Wenn man sie während der Zuckens anspricht oder anfaßt, reagiert sie dann, oder ist sie dann nicht erreichbar? Zuckt der ganze Köper? Zucken die Arme und Beine in einem gleichen Rhythmus? Wie hält sie währenddessen ihre Augen?
__________________
LG Simone
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  #8 (permalink)  
Alt 22.05.2006, 09:35
Benutzerbild von Grazi
Gremlinfanatischer Mod
 
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Zitat:
Zitat von Simone Dustert
Wenn man sie während der Zuckens anspricht oder anfaßt, reagiert sie dann, oder ist sie dann nicht erreichbar? Zuckt der ganze Köper? Zucken die Arme und Beine in einem gleichen Rhythmus? Wie hält sie währenddessen ihre Augen?
Habe Maico heute morgen mal danach gefragt. Hier seine Antwort:

Zitat:
Es ist nicht erkennbar, ob Hinter & Vorderläufe synchron zucken, sie zucken aber alle. Der restliche Körper wirkt steif, und der Blick ist definitiv abwesend. Sie ist aber ebenso definitiv ansprechbar, auf ihren Namen reagiert sie - mit huskytypischer - geringer Verzögerung.

Also, das derzeitige Hauptproblem ist, daß ich beim besten Willen nicht alle provozierende Geräusche verhindern kann, wie etwa das Plätschern ihres Wassernapfes, das "S" in der Sprache, das Rascheln von Papier, das versehentliche Klimpern eines Schlüssels.
Draußen - unter Ablenkung - passiert nix. Drinnen - unter Ablenkung - passiert es doch. <?>

Optische Auslöser: Lichtblitzer usw: reineweg gar nix. Überhaupt nix. (Rumsi blinkt nachts in rot, blau und weiß, wie ein Leuchtfeuer auf hoher See... und Aisha stört das gar nicht.)
Rumsi ist übrigens sein Dritthund, der auf abendlichen Spaziergängen immer mit blinkendem Leuchthalsband rumläuft.

Grüßlies, Grazi
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  #9 (permalink)  
Alt 22.05.2006, 18:06
Benutzerbild von Katja
Graf / Gräfin
 
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Sie zittert am ganzen Körper,die Augen treten raus(da hab ich manchmal Angst das sie rausfallen),hecheln,Herzrasen ,sie wirkt benommen und hört auf gar nichts mehr.
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