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  #1 (permalink)  
Alt 30.01.2015, 18:56
Baron / Baronin
 
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Standard Schmerzmittel-Pause

Hallo zusammen,

unser Ben (Rotti 10j.) hat schwere HD und Arthrosen. Seit 6 Monaten bekommt er Trocoxil (NSAID, wird nur 1x im Monat gegegeben). Damit geht´s ihm richtig gut. Nach 6 Monaten soll man lt. Hersteller 2-3 Monate pausieren.
Ich weiss nicht wie wir diese Zeit überbrücken können. Andere Medis haben keine oder nur wenig geholfen. Hat jemand von euch Erfahrung mit Trocoxil bzw. Langzeitanwendung?

Liebe Grüsse

Zafira
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  #2 (permalink)  
Alt 31.01.2015, 10:40
Benutzerbild von Mickey48
Cardigan Welsh Corgi Fan
 
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Du kannst auch natürliche Schmerzmittel/Entzündungshemmer nutzen. Wir rühren z.B. jeweils einen Messlöffel (liegt bei) dieser zwei hier mit einem Ei und einem Schuss Öl in Joghurt, das gibt es dann einmal wöchentlich.

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My line of thoughts about dogs is analogous. A dog reflects the family life. Whoever saw a frisky dog in a gloomy family, or a sad dog in a happy one? Snarling people have snarling dogs, dangerous people have dangerous ones. And their passing moods may reflect the passing moods of others.~ Sherlock Holmes in "The Creeping Man" (Deutscher Titel: "Der Mann mit dem geduckten Gang) von Sir Arthur Conan Doyle
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Alt 31.01.2015, 11:23
Benutzerbild von Faltendackelfrauchen
Faltendackelsüchtig
 
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Hallo Zafira,

eine Pause der Schmerzmittelgabe bei einem Hund mit massiven Gelenkproblemen wird dazu führen, dass der Hund unnötig leidet. Aber vielleicht würde ein anderes Mittel als Überbrückung möglich sein. Grazi hier im Forum hat da vermutlich mit am meisten Erfahrung, ansonsten würde mich interessieren, was Dein Tierarzt sagt.

Meine Erna musste aufgrund der Magendrehung nun für 2 Wochen auf Rimadyl verzichten. Sie bekam Novalgin. Leider hat das lange nicht so gut geholfen wie Rimadyl und nun ist sie, seit sie wieder Rimadyl bekommt, wieder viel munterer.

Natürliche Mittelchen als Unterstützung sind bestimmt gut, aber alleine werden sie bei massiven Gelenkproblemen nicht ausreichen. Bei meinen mittlerweile 11 Molossern hatte ich NIE nennenswerte Besserung unter Gabe der vielen natürlichen Mittel (Traumeel, Ingwer, Grünlippmuschel, Weihrauch, Teufelkralle usw.) erkennen können, leider! Im Gegenteil gab es bei einem Mittel (Teufelskralle) Nebenwirkungen wie permanente Übelkeit und sogar Erbrechen, was ich z. b. bei Rimadyl bisher komischerweise nie hatte.
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Tschüss
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Geändert von Faltendackelfrauchen (31.01.2015 um 11:25 Uhr)
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  #4 (permalink)  
Alt 31.01.2015, 11:56
Benutzerbild von Grazi
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Futterzusätze werden in so einem Fall mit ziemlicher Sicherheit nichts bringen.

Welche Schmerzmedis habt ihr denn schon durch?
Rimadyl, Previcox, Metacam, Onsior und/oder Cimalgex?

Bei meiner Vega haben o.g. Medis irgendwann keine bzw. keine zufriedenstellende Wirkung mehr gezeigt. Schließlich mussten wir PhenPred (Phenylbutazon + Cortison) geben, was sie als Langzeitmedikament bekommen hat, obwohl es normalerweise max. 1 Woche gegeben werden sollte.

Aber lieber verkürze ich die Lebenszeit eines Hundes durch ein Medikament und gewinne dadurch Lebensqualität, als dass sich das arme Tier mit Schmerzen durch den Tag quält.

Obwohl Vegas Blutwerte gut blieben, bekamen wir keine Muskulatar mehr aufgebaut. Durch den Tipp einer TS-Kollegin bin ich auf Arthrisel gestoßen (Phenylbutazon OHNE Cortison), was sie ebenfalls gut vertragen hat...und unter dem wir wieder ein bissel Muskeln aufbauen konnten.

Trocoxil kam bei Vega nicht in Frage, weil sie bereits eine Nierenproblematik hatte und uns das Risiko zu groß war, ihr ein Medikament zu geben, das so lange "im System" ist und sie gegebenenfalls schädigen kann.

Falls bei deinem Rotti alle anderen Analgetika nichts bringen und trotz Trocoxil alle Blutwerte vollkommen ok sind, würde ICH wahrscheinlich auf die eigentlich "vorgeschriebene" Pause verzichten und es weitergeben. Denn ... mal ganz ehrlich: der Bub ist mittlerweile schon 10 Jahre alt. Wenn ihr keine dramatischen Nebenwirkungen habt, werdet ihr Ben sicher keine JAHRE seiner verbliebenen Lebenszeit nehmen.

Btw: Vega hat über Jahre immer mal wieder über längere Zeiträume Schmerzmittel nehmen müssen. PhenPred / Arthrisel zuletzt über 2,5 Jahre. Sie wird Ende März 12 Jahre alt...und ist bislang sehr gut beieinander.

Grüßlies, Grazi
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  #5 (permalink)  
Alt 31.01.2015, 12:25
Benutzerbild von Faltendackelfrauchen
Faltendackelsüchtig
 
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Zitat:
Zitat von Grazi Beitrag anzeigen
Aber lieber verkürze ich die Lebenszeit eines Hundes durch ein Medikament und gewinne dadurch Lebensqualität, als dass sich das arme Tier mit Schmerzen durch den Tag quält.
sehe ich genauso.

Danke Grazi für Deinen Beitrag!

Ich habe in der Hundeschule über Jahre mit ansehen müssen, wie ein alter Hund zu langen Spaziergängen gezwungen wurde, keinerlei Schmerzmittel bekam (wegen der "Nebenwirkungen", die vermutlich nie eingetreten wären) und sich nur durch den Tag gequält hat. Mir hat der Hund so leid getan, aber ich war die einzige, die versucht hat, Überzeugungsarbeit zu leisten, vergeblich. Alle anderen standen schweigend daneben und haben sich nicht getraut, den Mund aufzumachen. Diesen Hund habe ich immer vor Augen, wenn ich höre, die Leute wollen wegen der Nebenwirkungen bei einem alten Hund keine Schmerzmittel geben. Für mich ist das jahrelange Tierquälerei gewesen.
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Tschüss
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  #6 (permalink)  
Alt 31.01.2015, 20:23
Baron / Baronin
 
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Erstmal vielen lieben Dank für eure Antworten!
Ben hat schon immer schwere HD und kann nur dank einer Neurektomie vor gut 9 Jahren richtig laufen. Vor dieser OP bekam er kuzzeitig Rimadyl - mit mässigem Erfolg. Nach der Neurektomie war er fast 8 Jahre schmerzfrei. Als es dann langsam anfing mit den Beschwerden, haben wir es mit Zeel versucht, dann mit Cartrophen (5Spritzen) beides war leider wirkungslos. Ausserdem bekommt er Caniviton.
Letztes Frühjahr bekam er Anaplasmose, die aber erfolgreich behandelt wurde. Seitdem wurde es schnell schlechter mit dem Laufen. Wir haben zuerst Phen Pred probiert, hatte keine Wirkung.(war allerdings mit niedriger Dosis, weil er Cortison nicht gut verträgt.) Danach Cimalgex. Mit der Wirksamkeit war es ein auf und ab.z.B. mittags schlecht und abends gut.
Danach Trocoxil. Dafür mussten wir Cimalgex 3 Tage vorher absetzen. War wirklich schlimm, er hatte schmerzen beim aufstehen, wollte nicht laufen. Das möchte ich ihm nicht zumuten. Deshalb mein Horror vor Medikamentenwechsel, weil man, wenn eins nicht wirkt, nicht gleich ein anderes nehmen kann. Unser TA meinte auch, dass er andere Analgetika über Jahre verordnet, obwohl die auch nur einige Tage gegeben werden sollen. Erfahrung mit Trocoxil hat er aber nicht, er behandelt erst seit einem halben Jahr damit. Die Wirksamkeit könnte nachlassen, wenn man die Pause nicht einhält.
Bisher hat Ben mit Trocoxil keine Nebenwirkungen, ihm geht´s richtig gut.Deshalb habe ich auch die Tendenz, Trocoxil weiter zu geben und alle 2-3 Monate ein Blutbild zu machen und dann ggf. neu zu entscheiden.
@Grazi
Bekommt Vega noch Arthrisel bzw. ist die Wirksamkeit nach 2,5Jahren noch gut? Onsior und Previcox kenne ich noch nicht. Werde unseren TA danach fragen.Lässt sich sagen welches Medikament im allgemeinen am besten wirkt?

Viele Grüsse

Zafira
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  #7 (permalink)  
Alt 01.02.2015, 08:16
Benutzerbild von Faltendackelfrauchen
Faltendackelsüchtig
 
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Hallo Zafira,

Mal ehrlich? Ich würde keine Experimente mit Medikamentenwechsel machen, wenn er mit dem Trocoxil gut klarkommt und eine derartige Krankengeschichte hat.

Onsior und Previcox sind meiner meiner Meinung nach von der Wirkung ähnlich wie Rimadyl. Bei Erna haben beide Medikamente keine Verbesserung gegenüber Rimadyl gehabt, deshalb bin ich wieder zu Rimadyl zurück.
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  #8 (permalink)  
Alt 01.02.2015, 09:00
Benutzerbild von Wum & Wendelin
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Hallo, ich habe mir die Antworten nicht durchgelesen, aber kann dir sagen, dass Olli dasselbe Problem hat und ebenfalls Trocoxil bekommt, er wird im April 10 Jahre alt und bekommt Trocoxil seitdem er 7 Jahre alt ist. Wir hatten zuerst die Pausen eingehalten, im Sommer ging es meistens besser. Irgendwann ging das aber nicht mehr... d.h. Olli bekommt nun seid 1 1/2 Jahren durchgehend Trocoxil. Andere Mittel brachten entweder nicht den Erfolg oder hatten starke Nebenwirkungen für ihn. Wir haben das ausgiebig mit unserer TÄ besprochen und wir kamen gemeinsam zu dem Schluss, dass es keine andere Wahl gibt, denn: der Hund soll nicht leiden, es hilft nix anderes, Trocoxil verträgt er gut und alles andere wird entschieden, wenn es soweit ist... also sollten NW auftreten oder oder oder... ich würde dir raten, dich mit deinem TA zu besprechen. Ich würde die Schmerzmittel nicht weglassen. Ich hoffe, ich konnte, etwas helfen und Mut machen. LG und alles Gute
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Viele Grüße von Suse
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  #9 (permalink)  
Alt 01.02.2015, 09:57
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Zitat:
Zitat von Faltendackelfrauchen Beitrag anzeigen
Hallo Zafira,

Mal ehrlich? Ich würde keine Experimente mit Medikamentenwechsel machen, wenn er mit dem Trocoxil gut klarkommt und eine derartige Krankengeschichte hat.
Moin.
Sehe ich absolut genauso.
Der Knabe ist 10 Jahre, was für einen Rotti ein gutes Alter ist.
Grüsse,
Pit.
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"Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll, aber nie kann, wenn er will, dann mag er auch nicht, wenn er muss.
Wenn er aber darf, wenn er will, dann mag er auch, wenn er soll und dann kann er auch, wenn er muss.
Denn: Hunde, die können sollen, müssen auch wollen dürfen!"

Geändert von Grazi (01.02.2015 um 10:12 Uhr) Grund: Zitat repariert
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  #10 (permalink)  
Alt 01.02.2015, 10:11
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Standard AW: Schmerzmittel-Pause

Zitat:
Zitat von Zafira Beitrag anzeigen
Wir haben zuerst Phen Pred probiert, hatte keine Wirkung.(war allerdings mit niedriger Dosis, weil er Cortison nicht gut verträgt.)
Bei Schmerzen sollte man grundsätzlich nicht mit einer niedrigen Dosis rangehen, weil das Medikament dann nicht richtig anschlägt, die gewünschte Wirkung ausbleibt...und man dann gegebenenfalls immer höher dosieren muss, um überhaupt noch was zu erreichen.

Also: immer erst voll ausdosieren.... und dann bei Langzeitpatienten langsam runterdosieren, bis man auf eine niedrige (aber noch wirksame) Erhaltungsdosis kommt. Sollten die Schmerzen dann irgendwann wieder stärker werden, hat man Luft nach oben und kann wieder raufdosieren.

Wenn Ben weitestgehend auf Cortison (und damit PhenPred) verzichten sollte, kann man stattdessen Arthrisel von selectavet geben. Haben die meisten TAs offenbar nicht vorrätig, können sie aber ohne Probleme bestellen.

Zitat:
Deshalb habe ich auch die Tendenz, Trocoxil weiter zu geben und alle 2-3 Monate ein Blutbild zu machen und dann ggf. neu zu entscheiden.
Yep... das wäre auch meine Überlegung. Sprich das einfach mal mit eurem TA durch. Evtl. könnte der sich ja auch mit Ollis TA (Wum & Wendelin) kurzschalten, wenn er sich unsicher ist und sich gerne mit einem Kollegen besprechen möchte, der Trocoxil im Einzelfall im Dauereinsatz hat.

Zitat:
@Grazi
Bekommt Vega noch Arthrisel bzw. ist die Wirksamkeit nach 2,5Jahren noch gut?
Die Wirksamkeit war immer noch gut... allerdings hat Vega vor einiger Zeit beschlossen, keine Schmerzmedis mehr nehmen zu wollen. Da ich dieses Verhalten von ihr bei Homöopathika kenne, die sie nur genau so lange brav einnimmt, wie sie sie braucht, habe ich das Arthrisel testweise abgesetzt.... und festgestellt, dass sie es - warum auch immer - tatsächlich nicht mehr braucht.

Zitat:
Onsior und Previcox kenne ich noch nicht. Werde unseren TA danach fragen.Lässt sich sagen welches Medikament im allgemeinen am besten wirkt?
Das sind alles NSAIDs, die aber auf einer anderen Wirkstoffklasse basieren als Rimadyl (Wirkstoff: Carprofen).

Previcox, Onsior und Cimalgex gehören zur Klasse der Coxibe und sollen alle miteinander besser wirksam (stärker) sein als Rimadyl.

Vega kam mit Previcox immer super zurecht bei ihren Spondyloseschüben, als Rimadyl keine Wirkung mehr zeigte. Doch irgendwann (Längsbruch der Fibula und Verdacht auf Chondrosarkom) wirkte es nicht mehr.

Die Ausweichmedis Cimalgex (Wirkstoff: Cimicoxib) und Onsior (Wirkstoff: Robenacoxib) brachten ebenfalls nichts. Beim Onsior steht übrigens auch im Beipackzettel, dass "in klinischen Studien [...] bei 10 – 15 % der Hunde eine unzureichende Antwort auf die Behandlung beobachtet [wurde]".

Grüßlies, Grazi
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