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Alt 19.02.2011, 19:58
Benutzerbild von jawoll
Fürst / Fürstin
 
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Standard AW: Gustav und sein schlechtes Benehmen

Ich möchte gern meinen Senf dazu geben, auch ohne eine Professur zu haben.
In meinen knapp 40 Lebensjahren waren nur wenige ohne Hund. Vielleicht vom 5. bis 9. Lebensjahr.

Ich kann auch nur meine Erfahrungen wiedergeben.
Bei uns war und ist es immer so gewesen, dass der Hund im Rudel (mitten unter uns) lag. Meine Eltern handhabten das bereits mit den beiden Diensthunden so.
Wenn wir essen, liegt der Hund zumeist dort, wo er sich erhofft, es könne etwas herunter fallen. Ich lasse das zu, denn daheim ist größtenteils Ruhezone. Jeder hat seinen Freiraum. Kinder, Partner und eben der Hund.
Abgesehen von den Regeln, die nunmal jeder einhalten muss, der mit anderen zusammen lebt. Auch der Hund.

Als das erste Kind vor über 10 Jahren kam, hieß es, der Hund müsse weg. Er würde das Kind beißen, etc..
Nun habe ich drei Kinder und noch immer den gleichen Hund. Er hat nie gebissen.

Was das Schützen angeht: Es mag vielen nicht gefallen, aber ich _möchte_ dass mein Hund mit aufpasst. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum es ein Problem darstellen soll, wenn der Hund das Rudel in dem er lebt beschützt.

Auch das liegen vor der Tür sehe ich nicht als Problem an. Beides verrät mir nichts darüber, ob der Hund mit seiner Position im Rudel unzufrieden ist, oder wohlmöglich sogar seinen Rang nicht kennt. Es gibt Alphas, die sind auch Alpha in der hinterletzten Ecke der Wohnung.
Es gibt auch Hunde, die wissen wir ihr Rang ist und die Familie dennoch beschützen, oder zuerst durch die Tür in Innere gehen.

Kleinkinder und Hund(e) sind ein Horror. - Für mich. Ich hatte die Hände voll zu tun, den armen Köter vor den Gören zu beschützen. Sie haben ihn als Leiter, Treppe, Knuddelviech, Kuscheltier, Puppe und weiß Gott noch sonst so alles misbraucht. Nur mit Mühe konnte ich die Kinder davon abhalten, ihm die Krallen zu lackieren. Kleine Teufel…
Und das nicht nur bei diesem hier. Auch die älteren Hunde, die wir aus dem Tierheim hatten, mussten diese Prozedur hinter sich bringen. - Eben immer dann, wenn sie sich freiwillig in die Höhle des Löwen - das Kinderzimmer - begaben.
Lustigerweise sind die Tierchen dennoch oft und freiwillig ins Kinderziemmer gegangen.
Es sei gesagt, dass ich immer darauf geachtet habe, den Schlafplatz oder Korb Kinderfrei zu halten.

Nun könnte man meinen, das sei schlicht Glück, dass unsere Hunde nie gebissen haben. Ich kann aber sagen, dass ich diese Verhaltensweisen auch bei unseren Freunden beobachte. Zumeist sind in unserem Umfeld Bullys, Franzosen, AmStaffs und zwei BMs. Aber auch den Goldi findet man da.

Ich möchte damit ausdrücken, dass ich mit den Aussagen: "Hund darf Kind nicht lecken" und "Kind darf nicht erzieherisch einwirken" nicht ganz konform gehe. Aus langjähriger Beobachtung heraus. Und bezogen auf die oben genannten Rassen.
Mein "Klassiker" ist das Eis essende Kind, was sich heimlich mit dem Hund des Nachbartisches sein Eis teilt. Die Erwachsenen bemerken es nicht. Die Hundehalter auch nicht. Und ich habe solche Szenen mit allerlei Rassen gesehen. Der Klassiker, wo das Kind erzieherisch eingreift ist, wenn der Hund mal wieder gnadenlos und wie ein Trampeltier durchs Zimmer läuft und die Barbies und Lego und so Zeug umwirft. - Dann muss er damit leben, dass das Kind darüber unglücklich ist und ihn aus dem Zimmer wirft.
Jeder mit Hund und Kind wird solche und ähnliche Szenen kennen.

Natürlich gibt es Grenzen. Der Hund darf auf keinen Fall verletzt werden oder mutwillig und bösartig angegriffen. Auch von meinen eigenen Kindern nicht. Die schlimmste Zeit war tatsächlich zwischen 1 ½ und 2. Kinder können ihre Kraft nicht einschätzen und ich war immer bemüht darauf zu achten, das Hund und Kind auch Freunde bleiben.
Glücklicherweise sind die Hunde nicht ganz so nachtragend wie wir Menschen.
Die Rasse scheint mir kein stichhaltiges (Gegen)Argument zu sein.

Anspringen…Von Dominanz kann ich nicht immer reden. Gern würde ich das "fast immer" in Simones Posting gegen "manchmal" tauschen. Hunde springen nach meiner Beobachtung auch dann an, wenn sie Aufmerksamkeit wollen. Oder im Spiel im Übermut. Oder sie bellen.
Wie Kinder eben. Die ziehen und zerren und brüllen, wenn sie sich wenig beachtet fühlen. Nicht alle. Manche. - Wie bei den Hunden auch. Manche. Nicht alle.

Weder kenne ich den Vortrag, noch den Vortragenden. Keinesfalls möchte ich jemandem seine Kompetenz absprechen. Es sind meine Beobachtungen, die ich in etwa 30 aktiven Jahren Hundebesitz hatte. Mit unterschiedlichsten Rassen und Hundetypen.
Als reine Beobachtungen möchte ich den Text hier auch verstanden wissen.
__________________
Für die Welt bist Du irgendjemand. Aber für irgendjemanden bist Du die Welt.
-- Erich Fried
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Alt 19.02.2011, 21:03
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Standard AW: Gustav und sein schlechtes Benehmen

@ jawoll

__________________
Viele Grüße,
Sina mit Paul
__________________________
Und alle im Herzen die über den Regenbogen gegangen sind!

Die Natur legt den Grund, der Mensch formt den Hund!
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  #3 (permalink)  
Alt 19.02.2011, 22:26
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Standard AW: Gustav und sein schlechtes Benehmen

Zitat:
Zitat von jawoll Beitrag anzeigen
Bei uns war und ist es immer so gewesen, dass der Hund im Rudel (mitten unter uns) lag. Meine Eltern handhabten das bereits mit den beiden Diensthunden so.

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Was das Schützen angeht: Es mag vielen nicht gefallen, aber ich _möchte_ dass mein Hund mit aufpasst. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum es ein Problem darstellen soll, wenn der Hund das Rudel in dem er lebt beschützt.

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Auch das liegen vor der Tür sehe ich nicht als Problem an.

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Ich möchte damit ausdrücken, dass ich mit den Aussagen: "Hund darf Kind nicht lecken" und "Kind darf nicht erzieherisch einwirken" nicht ganz konform gehe. Aus langjähriger Beobachtung heraus. Und bezogen auf die oben genannten Rassen.

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Anspringen…Von Dominanz kann ich nicht immer reden. Gern würde ich das "fast immer" in Simones Posting gegen "manchmal" tauschen. Hunde springen nach meiner Beobachtung auch dann an, wenn sie Aufmerksamkeit wollen. Oder im Spiel im Übermut. Oder sie bellen.
Hallo!

Ich muss dazu noch einmal etwas schreiben. Deinen Aussagen kann ich mich wirklich insgesamt nur anschliessen, allerdings widersprechen sie auch in keinster Weise dem Vortrag. Meine kurzen Angaben sind zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen, als dass sie hier wirklich den Vortrag oder Inhalte wiedergeben könnten. Es sind einzelne Punkte, die ich mir aufgrund meiner persönlichen Situation gemerkt habe.

1) Zu den oben genannten Punkten möchte ich noch erklärend schreiben, wie es von der Vortragenden erklärt wurde:
Natürlich kann ein Hund mitten im Rudel liegen und darf es auch. Man muss ja den Einzelfall betrachten und es kommt immer auf den Hund an. Bei meinem Gustav ist es aber auffällig, dass er ohne die Kinder total entspannt in seinem Körbchen liegt und bei Anwesenheit der Kinder immer mitten dabei liegen möchte. Er ist dann nicht total entspannt. Es geht somit nicht darum, dass der Hund nicht auch mal bei seinen Leuten liegen sollte...

2) Ich mag es auch, wenn mein Hund sein Rudel beschützt und wünsche es mir im Grunde sogar. Wenn der Hund aber im Zusammenleben mit den Kindern Probleme zeigt, sollte man durchaus auf solche Punkte achten. Gusti knurrt ja das ein oder andere Mal uns an und somit kann ich ihm leider nicht vieles durchgehen lassen, was mir bei meinen anderen Hunden völlig egal gewesen wäre. Mein Text ist diesbzgl. zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen und ich kann das nicht so gut erklären.

3) Das Liegen vor der Tür ist genauso so wie bei Punkt 2: Bei einem problemlosen Hund: Klar, soll er liegen, wo er möchte. Gibt es aber Schwierigkeiten, sollten ggf. auch solche Dinge beachtet werden. (Und da es bei Gusti Probleme gibt, habe ich mir gerade solche Dinge gemerkt...)

4) Ein Eis ablecken ist kein erzieherisches Lecken, sondern ein Genusslecken. Es gibt verschiedene Formen des Leckens und hier ging es nur um das "pflegende oder erzieherische" Lecken. Hunde lecken ja auch aus Unterwürfigkeit etc. Dies wurde alles erläutert und hier ist nur eine Form gemeint gewesen.

5) Auch beim Anspringen wurde erwähnt, dass Hunde oft zum "Anspringen" erzogen werden, weil man insb, bei kleinen Hunden sie hoch lockt. Auch das ist hier nicht gemeint. Natürlich gibt es verschiedene Ursachen, aber auch hier habe ich es auf meinen Gustav bezogen.

Wie gesagt, ich konnte und kann leider den Inhalt nicht so richtig und sinnvoll wiedergeben. Ich lebe jetzt auch seit 34 Jahren mit Hunden zusammen, habe viele Hundeschulen kennengelernt und Bücher gelesen. Ich habe somit nicht mit vielen Neuigkeiten gerechnet, wurde dann aber sehr positiv überrascht und habe bzgl. meiner Probleme mit Gustav einige Antworten bekommen. Ich bin gespannt, ob mir eine bald folgende Einzelstunde helfen wird und ich dann noch mehr Antworten und Lösungsansätze haben werde.
__________________
LG Simone
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  #4 (permalink)  
Alt 20.02.2011, 07:51
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Standard AW: Gustav und sein schlechtes Benehmen

Zitat:
Zitat von Simone Beitrag anzeigen
Es sind einzelne Punkte, die ich mir aufgrund meiner persönlichen Situation gemerkt habe.
Vier Stunden sind aber auch eine lange Zeit, da muss noch eine Menge mehr gewesen sein.
Es hätte mir klar sein sollen das du nur das schreibst was du für dich da raus gezogen hast. Ich nehme das mit der Dominanz zurück.
Ich finde klasse das du bald eine Einzelstunde (bei dem Vortragendem?)hast.
Wenn ja, dann also jemand der sich traut von dem, was er erzählt auch was in die Tat umzusetzen, hört sich doch gut an.


LG Iris
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  #5 (permalink)  
Alt 20.02.2011, 10:02
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Standard AW: Gustav und sein schlechtes Benehmen

Zitat:
Zitat von jawoll Beitrag anzeigen
Bei uns war und ist es immer so gewesen, dass der Hund im Rudel (mitten unter uns) lag. Meine Eltern handhabten das bereits mit den beiden Diensthunden so.

Hallo,

was mir dazu gerade noch einfällt:

Nicht, dass Du meinst, Gustav soll im Wohnzimmer total von uns entfernt liegen. Er möchte aber wirklich mitten bei uns liegen: Das bedeutet, dass er mit uns auf dem Kinderteppich (1,20 x 2,40 m) liegen will und meist auch auf meinem Schoß liegen möchte. Da auf dem Teppich aber mein Sohn mit 4 Monaten liegt und meine beiden anderen Kinder neben mir hier sitzen (2 und 3 Jahre) ist der Platz wirklich zu eng und Gustavs Pfoten sind mir zu gefährlich. Klar, kann er ab und zu zu uns kuscheln kommen, aber dann beschäftigen wir - oder zumindest ich - uns auch mit ihm und ich habe seine Pfoten im Blick. Wenn wir aber spielen wollen, achte ich nicht ständig auf Gustav. Sein Platz "abseits" ist von uns ca. 2 Meter entfernt auf seiner Hundedecke. Wirklich weit weg ist das ja auch nicht. Und auf diese Situation bezog sich dann auch die Angabe, dass der Hund nicht mitten dabei liegen muss. Ich neige dann nämlich schon zum Vermenschlichen und denke, der arme Gusti soll jetzt da vorne liegen und wir sitzen alle hier beisammen. Und das ist laut der Vortragenden nicht so. Im Hunderudel liegen die rangniedrigeren Tiere auch ohne Probleme und negativen Gefühle etwas abseits.
__________________
LG Simone
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